21.09.20
Informationsabend

Otto-Quartier in Wendlingen wird aus dem Dornröschenschlaf erweckt

Mit dem Otto-Quartier in Wendlingen am Neckar plant die CG Elementum ein neues, urbanes Viertel auf dem ehemaligen Gelände der Spinnerei und Weberei Heinrich Otto & Söhne. Seit Juli ist das Otto-Quartier ein Projekt der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA’27). Am Montagabend, 14. September, stellte die CG zusammen mit vielen Fachplanern ihre Pläne und Visionen für das Quartier der Wendlinger Bürgerschaft vor. Das Interesse an der Veranstaltung war groß – sowohl vor Ort als auch im Livestream.

Erwartungsvoll blicken die Wendlinger schon seit geraumer Zeit auf die Zukunft des Geländes mit denkmalgeschützter Bausubstanz direkt am Neckar. Die CG will das Areal nun aus seinem Dornröschenschlaf erwecken und fit für die Zukunft machen. Der Informationsabend zeigte, wie das fast zehn Hektar große Quartier künftig aussehen könnte. Geplant ist die enge Verzahnung von Arbeiten, Wohnen, Produktion und Freizeit sowie eine bessere Zugänglichkeit des Neckars für die Stadtgesellschaft. Die historischen Gebäude und Außenräume sollen größtenteils erhalten bleiben. Durch den Informationsabend führte Tobias Schiller, Pressesprecher der IBA’27.

Für Steffen Weigel, Bürgermeister von Wendlingen, hat das Areal eine große Bedeutung für die Stadt. Seit über einem Jahrhundert sei die Stadtgeschichte eng mit der Fabrik Otto & Söhne verbunden. Er wünscht sich, dass im Einklang mit dieser Geschichte auf dem Gelände etwas Neues entsteht. Der Wendlinger Gemeinderat und der Verband Region Stuttgart haben dafür bereits die Grundlagen geschaffen, indem das ehemalige Industriegebiet künftig auch zum Wohnen genutzt werden kann.

Dirk Otto, der Erbe und Geschäftsführer des Textilunternehmens Heinrich Otto & Söhne betonte, dass bei der Suche nach einem geeigneten Projektentwickler für das Gelände eine entscheidende Bedingung der Erhalt der historischen Gebäude und Außerräume war. Otto ist sich sicher, dass so »am Ende des Industriezeitalters auf dem Areal Zukunft entsteht«.

George Moutoulis und Wulf Köstler von der CG Elementum stellten die Planungen für das Otto-Quartier detaillierter vor. Gemeinsam mit Matthias Both vom Architekturbüro blocher partners, der verantwortlich für den städtebaulichen Masterplan ist, und dem Architekten Jörg Wolf von wolf – Architekten / Ingenieure GmbH präsentierten sie ihre Visionen für das Quartier. Erste Visualisierungen zeigten Optionen für den Umgang mit dem Bestand und mögliche Erweiterungen. Die bisherige Planung sieht unter anderem ein Hochhaus vor, dass für die nötige urbane Dichte im Viertel sorgt. Neben Wohnraum sollen auch eine Kita, ein Hotel sowie Büro- und Produktionsräume entstehen. Der Baustart ist für 2022 geplant.

Beim Thema Energie setzt die CG auf Nachhaltigkeit. Der Energiebedarf des Quartiers soll vor Ort gedeckt werden: mit Geothermie, der Wärme von Abwasser und des Neckarwassers sowie Fotovoltaik. Details erläuterte Jan Kunde von GASAG Solution Plus.

Neben den Gebäuden liegt der Fokus auch auf den Grün- und Außenräumen. Johann Senner vom Büro Planstatt Senner illustrierte, wie der Neckar mit einem breiten Zugang am Rand des neuen Quartiers wieder zu einem Teil von Wendlingen werden kann und für die gesamte Bürgerschaft als Naherholungsraum nutzbar wird. Senner will zusammenhängende Grünräume realisieren, die das Quartier strukturieren.

Bürgermeister Weigel wies darauf hin, dass der aktuelle Planungsstand nicht als endgültig zu verstehen sei. Er sicherte den Wendlingern zu: »Ihre Meinung ist uns wichtig«. Der Bebauungsplan, den die Stadt erstellt und der vom Gemeinderat beschlossen werden muss, wird maßgeblich für die weitere Planung sein.

Andreas Hofer, Intendant der IBA’27, erklärte zum Abschluss des Informationsabends, warum das Otto-Quartier zum IBA’27-Projekt ernannt wurde. Die Quartiersplanung der CG greife viele Elemente auf, die die IBA als Schlüsselthemen für die Entwicklung der Region und der IBA definiert hat, so Hofer. Besonders spannend sei, dass viele Fragen einer gemischten und produktiven Stadt bei der Neustrukturierung des Otto-Quartiers bearbeitet werden. Zusätzlich setzt sich die Planung auch intensiv mit dem Naturraum im Quartier und dem Neckar auseinander. Hofer sagte: »Hier zeigt sich, wie wir am Ende der Industriegesellschaft neue Wege für die Zukunft finden können«.  

Nachfragen zu den Planungen des neuen Quartiers können per E-Mail an project@oq2020.de gestellt werden. Die Antworten sollen dann in einem FAQ auf der Projekt-Webseite www.oq2020.de beantwortet werden.

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