15.10.26

Auszeichnung für Stuttgarter Brückenbauwerk beim Deutschen Ingenieurbaupreis 2026

Die Fuß- und Radwegbrücke über den Seeblickweg in Stuttgart wurde beim Deutschen Ingenieurbaupreis 2026 ausgezeichnet. Die Jury würdigte die innovative Carbonbeton-Konstruktion, die gestalterische Qualität und das nachhaltige Baukonzept.

Die im Februar 2025 eingeweihte Fuß- und Radwegbrücke über den Seeblickweg zwischen Stuttgart-Steinhaldenfeld und Neugereut ist bei der Verleihung des Staatspreises der Bundesrepublik Deutschland für herausragende Ingenieurbaukunst mit einer Anerkennung ausgezeichnet worden. Von den 41 eingereichten Beiträgen wurden sieben gewürdigt. Neben dem Staatspreis wurden fünf gleichbedeutende Anerkennungen und ein Nachwuchspreis ausgesprochen.

Das im Auftrag der Landeshauptstadt Stuttgart errichtete Bauwerk des Ingenieurbüros Harrer aus Karlsruhe hat laut Jury des begehrten Deutschen Ingenieurspreises „auf überzeugende Weise konstruktive Innovation, materialgerechtes Entwerfen und hohe gestalterische Qualität“ miteinander verbunden. Die besondere Ingenieurleistung liege dabei in der konsequenten Weiterentwicklung des Carbonbetons für den praktischen Brückenbau. Weiter führte die Jury aus, dass zahlreiche konstruktive Details, wie »Verbundlösungen zwischen Holz- und Carbonbetonbauteilen erstmals entwickelt, experimentell untersucht und bauaufsichtlich abgesichert wurden.«

Die Brücke überzeugt durch Innovation und Gestaltung

Bemerkenswert sei zudem, so die Jury weiter, dass aufgrund der korrosionsfreien Bewehrung auf zusätzliche Abdichtungs- und Schutzsysteme sowie einen konventionellen Fahrbahnaufbau verzichtet werden konnte. Damit werden Materialeinsatz, Wartungsaufwand und konstruktive Komplexität mit dem Ziel eines dauerhaften Brückenbaus reduziert. Neben ihrer hohen Innovationskraft überzeuge die Brücke durch ihre gestalterische Präzision. Konstruktion und Erscheinungsbild bilden eine untrennbare Einheit; der Kräftefluss bleibe ablesbar und präge die architektonische Wirkung.

Als Vorhaben im Netz der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA’27) steht die Seeblickwegbrücke beispielhaft für eine Gestaltung, die Baukultur, technische Innovation und Nachhaltigkeit zusammenführt.

»Ein derartiges innovatives Bauwerk war zum Zeitpunkt der Planung und Herstellung nicht ohne Grenzüberschreitungen von Normen und Richtlinien möglich«, sagte Joachim Andelfinger, der zuständige Projektleiter des städtischen Tiefbauamts, bei der Preisverleihung. »Es war schnell klar, modernste Sensorik zur Verifizierung der Festlegungen für die Zustimmung im Einzelfall im Bauwerk einzubauen. Die laufend erfassten Messergebnisse bestätigen die Ansätze und geben Sicherheit. Insbesondere für den späteren Betrieb des Brückenbauwerks kann uns das Monitoringsystem wertvolle Erkenntnisse geben, um bei Veränderungen frühzeitig reagieren zu können.«

Text: Pressemitteilung der Landeshauptstadt Stuttgart

Landeshauptstadt Stuttgart