ReserVoir
Das Quartier am Rande der Stadtregion
ReserVoir war als neues Wohnquartier auf der rund 13 Hektar großen Teilfläche »Kleinglattbach-Süd II« in Vaihingen an der Enz vorgesehen. Die Familie Groeneveld als Grundstückseigentümerin und Dr. Thomas Dippel als Energieexperte wollten dort als Teil der IBA’27 ein zukunftsfähiges Quartier mit neuen Ansätzen für Wohnen, Arbeiten, Energie, Mobilität und gemeinschaftliche Formen des Zusammenlebens entwickeln.
Der Regionalplan weist das Gebiet in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof als Wohnbauschwerpunkt aus. Der Gemeinderat der Stadt Vaihingen an der Enz entschied sich nach einem Bürgerbeteiligungsverfahren gegen eine Wohnbauentwicklung an diesem Standort. Dies führte zu politischen Konflikten in Vaihingen an der Enz, in die auch die IBA’27 hineingezogen wurde.
Die Initiatoren stießen 2021 ein Bürgerbegehren an, das sich gegen die Ablehnung des Bebauungsplanverfahrens richtete. Es erhielt 2.108 gültige Unterschriften. Das Bürgerbegehren wurde zunächst vom Gemeinderat und nach einer Klage des Grundstückseigentümers vom Verwaltungsgericht Stuttgart 2024 endgültig für unzulässig erklärt. ReserVoir wird vorerst nicht weiterverfolgt, bleibt aber als Projekt im IBA’27-Netz dokumentiert. Es steht für den Versuch, ein neues Quartier mit experimentellen Ansätzen an einem Fernbahnhof zu realisieren. ReserVoir zeigt die Konfliktlinien zwischen engagierten Bürger:innen, möglichen Eigeninteressen der Grundstückentwicklung von Eigentümer:innen und politischen Konstellationen in mittelgroßen Städten in der Region. Es zeigt auch das Dilemma, ob ökologisch ambitionierte Projekte an besterschlossener Lage es rechtfertigen, landwirtschaftlich genutzte Flächen zu überbauen.
Kontakt
Derk J. Groneveld
sanders-groeneveld@t-online.de
Dr. Thomas Dippel
dippel@teb-online.de
Richard-Elsen Groneveld
sanders-groeneveld@t-online.de
