26.03.24

Rahmenplan für das Quartier Backnang West beschlossen

Im März 2024 hat der Backnanger Gemeinderat den Rahmenplan für das IBA’27-Projekt »Quartier Backnang West« inklusive Mobilitätsstrategie beschlossen.

Der Rahmenplan gibt der Transformation des Quartiers Backnang West ein räumliches und strategisches Gerüst. Aus ihm leiten sich die Bedingungen für die Entwicklung ab. Sie bilden die Grundlage für die Bauleitplanung und für spätere Hochbauwettbewerbe.

Das übergeordnete Ziel des Rahmenplans ist ein nutzungsgemischtes Quartier mit urbaner Dichte. Es knüpft an die bestehenden Strukturen der früheren industriellen Nutzung an. Ein Teil der Bestandsgebäude soll erhalten und umgenutzt werden. Hinzu kommen im Sinne der produktiven Stadt innovative Typologien für Arbeiten und Wohnen.

Derzeit versiegelte Flächen sollen im Zuge der Quartiersentwicklung zu qualitätsvollen privaten und öffentlichen Freiräumen werden. Vor allem entlang der Murr sollen hochwertige öffentliche Grün- und Freiflächen sowie Wegeverbindungen entstehen. Diese Flächen übernehmen zusätzlich den Hochwasserschutz für das Quartier. Zugleich bieten sie vielfältige Aufenthaltsorte im öffentlichen Raum.

Neue Wegebeziehungen, besonders zur Innenstadt und zum Bahnhof, sowie die gezielte Stärkung des Fuß- und Radverkehrs sollen dafür sorgen, dass sich alle Alltagsfunktionen vom Quartier aus in 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Rad erreichen lassen.

Das Gebiet ist rund 17 Hektar groß. Seine Realisierung soll schrittweise erfolgen. Der Rahmenplan sieht eine stufenweise Umsetzung über 25 bis 30 Jahre vor. Entscheidend hängt das aber von der Mitwirkungsbereitschaft der Eigentümer ab. Grundvoraussetzung für die Realisierbarkeit des Rahmenplans ist der Hochwasserschutz an der Murr.

Dokumentation Rahmenplan

Mobilitätsstrategie

Im Zusammenhang mit der Erstellung des Rahmenplans wurde für das Quartier Backnang West eine Mobilitätsstrategie entwickelt. Sie soll einen Weg in die Zukunft weisen und ihn aktiv beschreiten. Die städtebauliche Rahmenplanung soll als Blaupause für eine moderne Quartiersentwicklung dienen. Zugleich soll sie flexibel genug für eine modulare Umsetzung und für laufende Anpassungen bleiben.

Die Mobilitätsstrategie begleitet, informiert und reflektiert die städtebauliche Rahmenplanung mit Blick auf Mobilität und Erschließung. Konzipiert werden soll ein Mobilitätssystem, das kurzfristig robust ist und sich langfristig zukunftsweisend und flexibel weiterentwickeln lässt.

Die Architekten führen das bestehende Gebäude auf seine Tragstruktur zurück und befreien es von störenden Ein- und Zwischenbauten. So legen sie im Bestand eine robuste Struktur für künftige gewerbliche Nutzungen frei. Ergänzt wird das Haus durch eine zweigeschossige Aufstockung. Sie wird um 90 Grad gedreht auf das oberste Geschoss gesetzt und kann Wohnungen aufnehmen. Die künftigen Bewohnerinnen und Bewohner haben Ausblicke auf das Wasser, aber auch auf die Innenstadt Backnangs.

Zusätzlich kann das Gebäude erweitert werden. Dafür schlagen die Architekten nach Osten einen neuen Kopfbau vor. Mit sieben Geschossen kann er einen Auftakt im Quartier bilden, der bis weit in die Stadt sichtbar ist.

Die Mobilitätsstrategie verfolgt fünf wesentliche Zielstellungen für das Quartier Backnang West:

  • Die Nutzenden des Quartiers profitieren von vielfältigen Mobilitätsoptionen, ohne an einzelne Verkehrsträger gebunden zu sein.
  • Die rahmengebenden Strukturen fördern gezielt den Umweltverbund aus Fuß- und Radverkehr und ÖPNV.
  • Die Entwicklung erschließungsbezogener Infrastrukturen folgt dem Leitmotiv der IBA’27 eines sparsamen Umgangs mit Ressourcen.
  • Das quartiersbezogene Kfz-Verkehrsaufkommen ist deutlich geringer als bei einer Quartiersentwicklung ohne strategische Lenkungsansätze. Dadurch fallen auch die Kfz-Verkehrsbelastungen im Umfeld geringer aus.
  • Das Quartier Backnang West vollzieht im Bereich Mobilität eine Entwicklung, die sowohl das Umfeld als auch das Klima schont und zukunftsweisend ist.

Um diese Ziele zu erreichen und zugleich den heutigen Strukturen sowie den Interessen der Eigentümer gerecht zu werden, beschreibt die Mobilitätsstrategie einen phasierten Entwicklungsansatz. Er ist kurzfristig tragfähig und langfristig ambitioniert. Dafür entwirft die Mobilitätsstrategie eine Push-and-Pull-Strategie. Sie soll im Sinne der Zielstellung einerseits negativen Ausprägungen des Verkehrssystems entgegenwirken und andererseits positive Ausprägungen des Verkehrssystems fördern.

Zur Mobilitätsstrategie

Quelle: Stadt Backnang