03.08.26

Tag des offenen Denkmals und Kunstnacht bei RemstalLeben in Schorndorf

Das IBA’27-Projekt »Leben in der Vorstadt« in Schorndorf öffnet im September gleich zwei Mal seine Türen. Es geht um Denkmalschutz und um Kunst.

Tag des offenen Denkmals am 13. September

»NETZwerke: Denkmale & Infrastruktur« lautet in diesem Jahr das Motto beim Tag des offenen Denkmals, der am 13. September stattfindet. Auch das Schorndorfer IBA’27-Projekt »Leben in der Vorstadt« macht wieder mit. Interessierte sind eingeladen, das ehemalige landwirtschaftliche Anwesen in der Vorstadtstraße 60 zu besichtigen. Dabei handelt es sich um eine rund um das Jahr 1800 erbaute mächtige Scheune, der 1947 ein Stall zugefügt wurde, und ein ebenfalls über 200 Jahre altes bäuerliches Wohnhaus.

Abb. aus: Reinhold Zeyher: Schorndorf in alten Ansichten, Bd. 1, 3. Aufl., Zaltbommel (Europ. Bibliothek) 1979, o. S.

Beide Gebäude besitzen eine für ihre Zeit charakteristische Gesamtform und Gliederung und sind weitgehend in ihrer ursprünglichen Bausubstanz erhalten. Sie liefern uns damit heute nicht nur wertvolle Erkenntnisse über historische Bautechniken, Materialien und Lebensverhältnisse. Sie wirken auch in den Stadtraum hinein.

Die Wohnbaugenossenschaft RemstalLeben erhält das Ensemble und schreibt seine Geschichte im Sinne eines nachhaltigen Denkmalschutzes fort. Unter anderem eine Kantine, ein Co-Working-Space und eine Pension sollen die Baudenkmale mit neuem Leben und mit Begegnungen füllen. Beim Tag des offenen Denkmals können Besucherinnen und Besucher das Baudenkmal besichtigen. Für die kommende Zeit sind behutsame Umbaumaßnahmen geplant, um die Gebäude für ihre neuen Zwecke zu ertüchtigen.

Vertiefende Hintergrundinformationen liefern zwei Führungen:
14:30 Uhr und 16:00 Uhr

Mehr Infos auf remstalleben.de

Schorndorfer Kunstnacht am 19. September

Nur wenige Tage später wird einmal mehr eine einzigartige Atmosphäre Schorndorf erfassen: Bei der Kunstnacht am 19. September ist Kunst in einer Dichte und Vielfalt zu sehen, die jedes Jahr aufs Neue überrascht. Auch das Wohn- und Kulturprojekt »Leben in der Vorstadt« öffnet von 18 bis 23 Uhr seine Türen.

Zwei in der Region bekannte Künstler stellen ihre Arbeit in den beiden Baudenkmalen vor: der Fotograf Gottfried Stoppel sowie der Bildhauer und Maler Aaron Antes.

Ein Kind sitzt auf einem Bett und spielt mit einem Luftballon.
Auf der Leukaemiestation in Gomel, 2004. Bild: Gottfried Stoppel

Im März 2004 und April 2005 begleitete Gottfried Stoppel als Fotograf Transporte lebenswichtiger Güter in die weißrussische Region um Gomel, nahe der Grenze zur Ukraine; sie gilt als eine durch die Atomkatastrophe von Tschernobyl am stärksten kontaminierte. Noch heute leiden die Menschen unter den Folgen des Super-GAUs.

Gottfried Stoppel nimmt den 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe am 26. April 1986 zum Anlass, Fotografien dieser Reisen zu zeigen, sein Titel: »Strahlendes Erbe. 40 Jahre nach Tschernobyl«. Die ergreifenden und zugleich beklemmenden Aufnahmen zeigen, dass Tschernobyl keine abgeschlossene Geschichte ist.

Eine Holzskulptur.
Aaron Antes: Kopf mit Schutzmaske (Skulptur 79), 2022, Holz. Bild: Aaron Antes.

Mit »Kopfbilder. Skulptur und Malerei« ist die Ausstellung von Aaron Antes überschrieben. Sie nimmt ein Thema auf, das im Zentrum der künstlerischen Arbeit des Künstlers steht: der menschliche Kopf als Ort des Denkens, Fühlens und Erinnerns.

Durch Verfremdungen, Brüche und spielerische Überzeichnungen entstehen Arbeiten, die den Betrachtenden nicht nur anschauen, sondern zum Nachdenken bewegen. Fast jedes Werk trägt ein eigenes Thema in sich: Zerstörung, Entwicklung, Angst vor der eigenen Freiheit.

Hinweis: Durch die geplanten Umbaumaßnahmen in den denkmalgeschützten Gebäuden ist es möglich, dass diese Veranstaltung kurzfristig verändert oder abgesagt werden muss. Mehr Infos auf remstalleben.de

RemstalLeben eG Schorndorf