26.08.20
Postareal Böblingen

Beteiligungsprozess startet im September

Was entsteht auf dem heutigen Postareal? Beim IBA’27-Projekte »Postareal in Böblingen« wird die Bürgerschaft aktiv beteiligt. Im September beginnt der vielfältige Planungs- und Beteiligungsprozess.

Eines der ersten offiziellen IBA’27-Projekte ist das Postareal der BBG. »Wir freuen uns sehr, dass unser Projekt ausgewählt wurde. Dies ist ein wichtiger Schritt und macht deutlich, dass das Postareal auch für die IBA von besonderer Bedeutung ist«, so der Geschäftsführer der BBG, Rainer Ganske. Und weiter: »Für das Projekt selbst, aber auch als neues Tor zu Stadt genau gegenüber vom Bahnhof, bietet die Nominierung eine große Chance. Nun gehen wir den Prozess mit der Bürgerschaft aktiv an, um gemeinsam mit ihr zu klären, was auf dem Areal entstehen soll.«

Für den Prozess von Seiten der BBG und der IBA wird es nur eine Vorgabe geben. So soll sich das Areal künftig um einen „hochverdichteten Stadtbaustein“ handeln. Konkret bedeutet dies: Gesucht wird ein urbaner Mix mit vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten. Dieser soll zudem flächeneffizient, ressourcenschonend und wirtschaftlich entwickelt werden.

Andreas Hofer, Intendant der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA’27): »Das Projekt Postareal Böblingen atmet durch und durch den Geist der IBA: Mit einer Mischung aus internationalem und lokalem Know-how könnte hier etwas ganz Neues entstehen zur Frage: Wie leben, wohnen und arbeiten wir in einer zukunftsfähigen Stadt? In großer Offenheit soll gemeinschaftlich mit Stadtverwaltung, Stadtgesellschaft und Fachleuten aus dem In- und Ausland ein neuartiger Stadtbaustein entwickelt werden. Die BBG als in Böblingen verwurzeltes Unternehmen beweist dabei großen Mut: Nicht nur das Bauwerk selbst, der gesamte Prozess von der Ideenentwicklung bis zur Inbetriebnahme ist ein Experiment, in das sich die Bürgerinnen von Anfang an aktiv einbringen können. Im Dialog mit den Menschen kann das prominent gelegene Postareal so bis 2027 zu einem lebenswerten Ort werden, ein Statement der Böblinger Stadtgesellschaft zur Zukunft städtischer Zentren.«

Bürgerbeteiligung startet im September

Als Eigentümerin des Postareals will die BBG das Grundstück in unmittelbarer Nähe zum Böblinger Bahnhof in den nächsten Jahren neu entwickeln. Heute laufen noch Mietverträge, ab Mitte 2023 jedoch soll das rund 6.200 Quadratmeter große Areal umstrukturiert werden. Bis dahin sollen die Planungen für einen neuen Stadtbaustein vorliegen. Das Postareal bietet unterschiedlichste Möglichkeiten zur künftigen Nutzung. Um die besten Ideen zu finden, werden ab September daher aktiv die Bürgerinnen und Bürger Böblingens eingebunden. Gemeinsam mit der IBA-Gesellschaft und unter Einbeziehung der Stadt Böblingen wird die BBG einen zweistufigen Beteiligungsprozess durchführen.

Ziel ist es, ein Projekt zu entwickeln, das von einem möglichst breiten positiven Konsens getragen wird und die IBA-Qualitätskriterien erfüllt. Aufbauend auf den erarbeiteten Ideen und Rahmenparametern soll dann ein Architektenwettbewerb durchgeführt werden. Damit das neue Quartier während der Internationalen Bauausstellung 2027 der Öffentlichkeit präsentiert werden kann, muss es bis Ende 2026 fertig gestellt sein.

Oberbürgermeister Dr. Stefan Belz erläutert: »Ich bin froh, dass die BBG als städtische Tochter dieses Schlüsselgrundstück erwerben konnte. Wir haben gemeinsam intensiv über die Möglichkeiten diskutiert und sind uns einig: Die künftige Bebauung wird das Erscheinungsbild und das Gesicht der Unterstadt verändern. Das Postareal ist ein zentraler Baustein für unsere zielgerichtete, langfristige Entwicklung der Böblinger Innenstadt – auf dem Weg zu einem attraktiven und urbanen, lebendigen und lebenswerten Stadtzentrum für alle Menschen, die in Böblingen wohnen und nach Böblingen kommen. Die Aufnahme als offizielles IBAʼ27-Projekt wird dabei für noch viel höhere Qualität sorgen: Der interdisziplinäre Ansatz der IBA steht für die Schaffung zukunftsfähiger Strukturen, die alle Belange berücksichtigen: von Klimaschutz und Klimaanpassung über innovative Bau- und Nutzungsansätze bis hin zum großen Ganzen der Stadtgestaltung. So spiegeln sich auch die Leitideen unserer städtischen Rahmen- und Masterpläne wider, die den Umbau rund um die Bahnhofstraße seit vielen Jahren begleiten. Ebenso freue ich mich sehr auf die breite, umfassende Bürgerbeteiligung mit offenem Ausgang – alle interessierten Böblingerinnen und Böblinger sind zum Mitmachen herzlich eingeladen!«

So sieht die Bürgerbeteiligung konkret aus

Der Planungs- und Beteiligungsprozess verteilt sich auf verschiedene Phasen und ist insgesamt angelegt bis Ende 2021. Der Startschuss erfolgt am 18. September mit einer großen Auftaktveranstaltung auf dem Parkdeck P2 der Mercaden. Hier ist die Bürgerschaft ebenso willkommen wie bei zahlreichen Dialogveranstaltungen, die in den nächsten Wochen folgen. Bewusst sollen zusätzlich auch unterschiedliche Altersgruppen in den Prozess eingebunden werden – z.B. durch ein Beteiligungsprojekt für Jugendliche und eines für Kinder. Auch sollen Bürgervertreterinnen gewählt werden und z.B. in Expertengremien als auch im Preisgericht des Architektenwettbewerbs die Ideen und Wünsche aus den Bürger-Workshops aktiv einbringen. Die Wahl erfolgt beim ersten Bürger-Workshop am 5. Oktober. Daneben können Ideen auch online und mithilfe eines Fragebogens (online und offline) eingereicht werden. Zusätzlich zur Bürgerschaft wird ein Expertengremium im November im Rahmen von zwei Workshops weitere Parameter erarbeiten. Hier kommen u.a. Expertinnen und Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft, der BBG, der Stadt Böblingen, der IBA’27 und die gewählten Bürgervertreterinnen zusammen.

»Der Prozess setzt auf verschiedenste Methoden und kombiniert dabei on- und offline. Dieses Vorgehen gepaart mit den wenigen inhaltlichen Vorgaben der BBG und IBA stellen eine Besonderheit in einem solchen Verfahren dar«, sagt Jessica Baisch vom Büro Stadtberatung Dr. Sven Fries, das im Auftrag der BBG den Beteiligungsprozess für das Postareal durchführt. Zudem startet die Bürgerbeteiligung bereits vor dem Architektenwettbewerb, die Ergebnisse aus der ersten Phase des Planungs- und Beteiligungsprozesses fließen in dessen Auslobung ein. »Auch dies ist ein neues Vorgehen, bisher war es in vergleichbaren Projekten meist üblich, erst in einer zweiten Phase die Öffentlichkeit einzubeziehen. Beim Postareal hat die Bürgerschaft jedoch eine neue Rolle bereits im Architektenwettbewerb«, erklärt Jessica Baisch. Hinzu kommt eine durchgängige Transparenz durch eine kontinuierliche filmische Begleitung aller Termine.

Um dem veränderten Engagement und Beteiligungsverhalten zu begegnen, das sich gesellschaftlich abzeichnet – z.B. weniger langfristiges Engagement, dafür mehr kurzweiliges Einbringen mit klarem Start und klarem Ende – sind komprimierte Prozesse vorgesehen. So finden die meisten Veranstaltungen der ersten Beteiligungsphase zwischen September und November statt. Jessica Baisch: »Wir machen die Erfahrung, dass Informationen über solche kürzeren Zeiträume noch stärker im Kopf sind und von Interessierten und Teilnehmenden besser gespeichert und nachvollzogen werden können. Das kommt allen Teilnehmenden entgegen und motiviert auch jene zur Mitwirkung, die vor zu langen Prozessen zurückschrecken.«

In einem zweiten Schritt wird der Austausch mit der Bürgerschaft im Anschluss an den Architektenwettbewerb fortgesetzt. So werden die Ergebnisse des Architektenwettbewerbs gemeinsam diskutiert und die Hinweise an die planenden Experten weitergeben. Hierzu startet voraussichtlich ab Frühjahr 2021 eine weitere Dialogphase.

Eigens für den anstehenden Planungs- und Beteiligungsprozess hat die BBG eine Projektseite gestaltet. Unter postareal.bbg-boeblingen.de finden Interessierte die wichtigsten Informationen und Termine zum Projekt und können sich dort auch direkt online einbringen.

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