IBA’27-Projekt »Gemeindehaus Feuerbach« wird bundesweites Pilotprojekt
Das Evangelische Gemeindehaus in Stuttgart-Feuerbach erhält bundesweite Aufmerksamkeit. Es wurde als Pilotprojekt in das Förderprogramm »Innovationen im Gebäudebereich« aufgenommen. Damit rückt das IBA’27-Projekt ins Zentrum der aktuellen Debatte um klimagerechtes Weiterbauen im Bestand.
Träger des Programms ist das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen. Im Fokus stehen bauliche, technische, soziale und organisatorische Ansätze zur Dekarbonisierung sowie zur Reduzierung des Ressourcen- und Flächenverbrauchs. Ziel ist es, Treibhausgasemissionen zu senken und Impulse für die Baupraxis zu setzen. In Feuerbach unterstützt das Programm den Umbau des evangelischen Gemeindehauses. Kirchengemeinde und IBA’27 setzen konsequent auf Weiterbauen statt Abriss. Das 1971 errichtete Gebäude im Ortskern bleibt die bauliche und energetische Grundlage der Transformation.
Das Projekt zeigt, wie der Bestand zur aktiven Ressource wird. Bauteile und Materialien aus rückgebauten Bereichen kommen erneut zum Einsatz. Eine neue Gebäudehülle aus Holz und Lehm ergänzt den Baukörper und verbessert Raumklima sowie Energieeffizienz. Die Technik bleibt bewusst reduziert. Eine klare Low-Tech-Strategie setzt auf einfache, robuste und wartungsarme Lösungen. Ihre ökologischen und wirtschaftlichen Effekte werden systematisch untersucht. Unterschiedliche Planungs- und Ausführungsvarianten werden vergleichend bewertet. Die Übertragbarkeit auf andere Bauaufgaben wird geprüft und aufbereitet. So entstehen Impulse für das Weiterbauen im Bestand über das Projekt hinaus.
Die wissenschaftliche Begleitung übernimmt die TU Braunschweig unter Leitung von Prof. Elisabeth Endres. Im Fokus steht das angemessene Maß an Technik im Bestand. Untersucht wird, wie sich Konstruktion und Technik sinnvoll vereinfachen lassen.
Damit schlägt das Gemeindehaus eine Brücke zwischen Forschung und gebauter Praxis. Die Aufnahme als Pilotprojekt würdigt Mut, Haltung und Umsetzungskraft der Kirchengemeinde und stärkt das Weiterbauen im Bestand als zentrale Aufgabe der Bauwende.
Dieses Projekt wurde gefördert vom Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung im Auftrag des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen aus Mitteln des Programms Pilotprojekte – Innovationen im Gebäudebereich.
Thea Leisinger / IBA’27-Team
