20.09.21
Medieninformation

Städtebau-Wettbewerb: Gemeinschaftshaus für Salach

Der europaweite Realisierungswettbewerb für ein Gemeinschaftshaus in Salach ist entschieden. Der mutige und selbstbewusste Entwurf von Studio LEK (München) zusammen mit ah Landschaftsarchitekten (Stuttgart) hat die Jury überzeugt. Das Haus verbindet künftig das IBAʼ27-Projekt »Quartier am Mühlkanal« mit dem Ortskern.

Die Gemeinde Salach plant gemeinsam mit der Internationalen Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA’27) auf dem Areal der ehemaligen Textilfabrik Schachenmayr ein sozialgerecht durchmischtes und identitätsstiftendes Quartier für rund 800 Bewohnerinnen und Bewohner. Nun wurde der Wettbewerb für ein Gemeinschaftshaus entschieden. Das Haus bildet künftig den Eingang zum Quartier am Mühlkanal. Es bindet das neue Stadtviertel über die Bahnlinie Stuttgart-Ulm an den bestehenden Ortskern an: als integratives Element zwischen Alt und Neu.

28 Büros aus der Schweiz, Deutschland und Österreich nahmen am Wettbewerb teil. Das Preisgericht unter Vorsitz der Architektin Ina Laux kürte die Arbeit von Maximilian Heidecker, Ferdinand Albrecht, Marion Montiel und Johannes Sack (Studio LEK, München) in Zusammenarbeit mit Kerstin Anderson und Fabian Hinterkopf (ah Landschaftsarchitekten, Stuttgart) zum Sieger. Die Entwurfsverfasserinnen und Entwurfsverfasser sehen auf der ehemaligen Kleingartenanlage »Krautländer« einen großzügigen Bürgergarten mit einem großen, nach Osten terrassierten Gebäude in Holz-Hybrid-Bauweise vor. Dieses »Terrassenhaus« beheimatet eine Kindertageseinrichtung sowie Bildungs- und Begegnungsräume. Der öffentliche Bürgergarten bietet den Salacherinnen und Salachern künftig eine weitläufige Grünfläche mit einer Pergola, Freiluftbühne und Plätzen zum Picknicken. Beete mit Gemüse, Blumen und Obstgehölzen bilden den Abschluss des Parks und erinnern an die ehemalige Nutzung als Kleingartenanlage.

Salachs Bürgermeister Julian Stipp zeigt sich begeistert von der hohen Qualität der eingereichten Arbeiten. »Der Siegerentwurf besticht mit einer kreativen Gebäudeanordnung, die genug Raum für einen großzügigen offenen Garten lässt und zugleich einen gelungenen Abschluss des Geländes zur Bahnlinie hin herstellt.« 

Entlang der Bahnlinie schlägt das Entwurfsteam ein schmales, bis zu zwölf Meter hohes Gebäude als Lärmschutz vor. Hier können beispielsweise Proberäume, eine Bürgerküche und Fahrradwerkstätten einziehen. Als multifunktionaler Raum kann das Gebäude nicht nur die Geräusche des Bahnverkehrs abschirmen, sondern auch eine Antwort auf die Nachfrage nach temporären sowie dauerhaften Nutzungen liefern. »Der Gebäuderiegel zur Bahnlinie ist ein Alleinstellungsmerkmal, das diese Arbeit besonders auszeichnet« so IBA’27-Intendant Andreas Hofer. »Den Lärmschutz nicht über eine Mauer zu lösen, sondern über ein Gebäude, das Platz für innovative Nutzungen bietet: Diese kreative und mutige Lösung hat uns in der Jury besonders gut gefallen. Damit kann der Park belebt werden und es entsteht eine wirkliche Verbindung mit dem künftigen Quartier am Mühlkanal.«

Das Preisgericht mit Vertreterinnen und Vertretern aus Fachwelt, Verwaltung, Lokalpolitik sowie von der IBA’27 vergab zudem Preise für die Plätze zwei bis vier. Diese gingen an das Büro Schürmann + Witry Architekten (Zürich) mit Mettler Landschaftsarchitektur (Berlin), larob.studio für architektur Partnerschaft von Architekten mbB (Stuttgart) mit bbz landschaftsarchitekten (Freiburg) sowie Simon Freie Architekten BDA (Stuttgart) mit Blank LandschaftsArchitekten (Stuttgart).

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