17.05.23
Wettbewerb entschieden

»Wohnen mit Zukunft« in Fellbach

Fellbach hat mit dem IBA’27-Projekt »AGRICULTURE meets MANUFACTURING« das Ziel, seine landwirtschaftlichen Produktionsflächen mit dem angrenzenden Gewerbegebiet zu verbinden: Das Erzeugen von Lebensmitteln sowie Wohnen und Arbeiten sollen durchmischt und Synergien erzeugt werden.

Im Nord-Osten des Projektgebiets, in der Eppingerstraße, möchte das Siedlungswerk dazu auf einer Grundstücksfläche von 2.125 mein sozial gemischtes Quartier mit rund 34 Wohneinheiten realisieren. Das Projekt soll aufgrund seiner Lage zwischen Gewerbe- und Wohneinheiten beispielgebend für ähnliche Grundstücke in heterogener Bebauung sein.
Vorgesehen sind Eigentumswohnungen, öffentlich geförderte Mietwohnungen sowie – integriert in die Hausgemeinschaft – eine inklusive Wohngruppe und eine weitere für Menschen mit Fluchterfahrungen. Im Quartiersraum soll ein »Bewohner-Café« und ein »Nachbarschaftsplätzle« entstehen. Ein großzügiger Grünraum inklusive »Urban Gardening-Konzept« sind ebenso Teil der Auslobung wie der Anspruch, bezahlbaren Wohnraum mit ansprechender und zukunftsweisender Architektur in Holzhybridbauweise zu verbinden. Durch ein innovatives Energiekonzept soll die Wohnanlage klimaneutral betrieben werden.

1. Preis für UTA Architekten und Stadtplaner

Den ausgelobten Realisierungswettbewerb für sich entscheiden konnte das Büro UTA Architekten und Stadtplaner zusammen mit Hannes Hoerr, Landschaftsarchitekt, beide aus Stuttgart. IBA’27-Intendant Andreas Hofer erläutert den Siegerentwurf: »Unterschiedliche Gebäude und Nutzungen prägen das Gebiet südlich des S-Bahnhofs in Fellbach, wie an vielen Orten in der Region. Eine Vorstadt, die sich zwischen Bahnhof und Altstadt entwickelt hat. Die Aufgabe hier, einen größeren Wohnungsbau einzufügen, erwies sich als anspruchsvoll. Das Siegerprojekt besteht aus vier Gebäudekörpern, die im Grundriss leicht verspringen und in der Höhe zwischen drei und fünf Geschossen variieren. Ein Kopfbau löst sich von drei zusammengeschobenen Volumen ab. Diese Grundfigur erlaubt es geschickt auf die heterogene Umgebung zu reagieren, setzt einen angemessenen Maßstab und verbindet mit einem großzügigen Durchgang die Eppingerstraße mit dem südlichen Gartenraum. Das Spiel der Baukörper schafft Vorzonen und Zugangsbereiche, die zum Straßenraum vermitteln und ist die Grundlage für ein differenziertes Raumprogramm mit einem vielfältigen Wohnungsangebot. Dabei bleiben die Volumina kompakt – eine gute Voraussetzung für den vorgeschlagenen Holzbau. Mit nur zwei Treppenhäusern, kurzen Laubengängen und Brücken entstehen überschaubare Nachbarschaften – teilweise an Dachgärten – die alltägliche Begegnungsmöglichkeiten versprechen.

Dem Wohnungsbau in Fellbach gelingt es, wichtige Themen der IBA’27 überzeugend umzusetzen. Nachhaltigkeit, vielfältige Wohnformen und Wege im Haus, die eine gute Grundlage für ein lebendiges Miteinander der Hausgemeinschaft sind. Das Haus setzt sich ohne Mauern und Zäune offen und freundlich in die vorstädtische Nachbarschaft.«

Der 2. Preis ging an die ARGE Atelier Kaiser Shen Architekten BDA, Stuttgart mit K3 Landschaftsarchitektur, Villingen-Schwenningen. Dritte wurden Rahbaran Hürzeler Architekten aus Basel mit Koeber Landschaftsarchitektur, Stuttgart. Eine Anerkennung erhielten LIMA Architekten, Stuttgart mit Sophia Hartwig Landschaftsarchitektur, Stuttgart.

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