28.09.21
Vorhaben im IBA’27-Netz

Zukunft Münster 2050: Beteiligung startet

Unter dem Titel »Zukunft Münster 2050: Quartiersentwicklung in der Moselstraße« plant die Baugenossenschaft Münster am Neckar eG (BGM) ihren dortigen Bestand zu erneuern und nachzuverdichten. In mehreren Bauabschnitten entstehen im Ortskern des Stuttgarter Stadtteils Münster aus heute 170 Wohneinheiten rund 230 neue und zeitgemäße Wohnungen für alle Lebensphasen. Das neue Quartier soll zudem auch soziale, ökologische und gemeinwohlorientierte Aspekte berücksichtigen.

»Unserer Tradition entsprechend wollen wir auch zukünftig erschwinglichen Wohnraum bieten«, sagt Michael Rosenberg-Pohl, geschäftsführender Vorstand der BGM. »Für bestehende Mieter und für neue.« Die Gebäude entlang der Moselstraße stammen aus den 1930er- und 1950er-Jahren. Mit Blick auf Bauweise, Grundrisse und Barrierefreiheit entsprechen sie nicht mehr heutigen Standards und sind darüber hinaus stark sanierungsbedürftig. »Mit diesem Projekt bietet sich uns die Chance, zeitgemäßen, bedarfsgerechten und nachhaltigen Wohn- und Lebensraum zu schaffen«, sagt Manfred Kanzleiter, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der BGM. Auch die Freiflächen im Gebiet werden aufgewertet, Raum für öffentliche und gemeinschaftliche Nutzungen sollen entstehen und die Neubauten werden mit ihrer Umgebung verknüpft.

Mit diesem umfassenden Vorhaben ist die BGM Teil des IBA’27-Netzes. Die Internationale Bauausstellung 2027 StadtRegion Stuttgart (IBA’27) steht für städtebaulichen Wandel. »Wir suchen und begleiten Vorhaben, die neue Wohnformen ausprobieren, und dabei auch hohe gesellschaftliche, ökologische und baukulturelle Qualitäten verfolgen«, sagt Grazyna Adamczyk-Arns von der IBA’27. In Münster ist Mehrgenerationenwohnen denkbar oder auch Pflegewohngemeinschaften. Im Erdgeschoss der Gebäude sind Gemeinschafträume angedacht, eine Fahrradwerkstatt oder auch ein Repaircafé. In die Ideenfindung eingebunden werden auch die Menschen aus dem Quartier. Ein breit angelegter Bürgerbeteiligungsprozess umfasst Vor-Ort-Aktionen, Workshops, aber auch eine Fragebogenaktion, anhand derer die Wünsche und Bedürfnisse der Bürgerschaft abgefragt werden. Auf einer Projekt-Website werden alle Informationen anschaulich zusammengefasst.

»Ziel der BGM ist es, den jetzigen Bewohnern innerhalb ihres gewohnten Quartiers eine neue, passende Wohnung anzubieten und sie nicht zu entwurzeln«, sagt Sven Lehmann, nebenamtlicher Vorstand, aber gleichzeitig auch Mieter im Quartier. »Die bestehende Gemeinschaft soll sozusagen in etwas Neues transformiert werden.« Gelingen soll dies dank eines rollierenden Verfahrens. Sprich, es wird mehrere Bauabschnitte geben. Die Menschen, die dort wohnen, können jeweils dem Baufortschritt entsprechend innerhalb des Quartiers umziehen. Unterstützt werden sie durch ein Umzugsmanagement.

Bei der Quartiersentwicklung sollen die heutigen, aber auch die künftigen Bedarfe der Mieterschaft im Blick behalten werden. Um den vielfachen Anforderungen gerecht zu werden, wird es einen Architektenwettbewerb geben. »In diesen fließen auch die Ideen aus dem Beteiligungsprozess mit ein«, betont Bezirksvorsteherin Renate Polinski. »Gerade auch für Familien wird dieses neue Quartier eine hohe Lebensqualität bieten.« Bis zum Präsentationsjahr der Internationalen Bauausstellung im Jahre 2027 soll der erste Bauabschnitt fertig gestellt sein.

Das Büro Stadtberatung Dr. Sven Fries aus Ostfildern begleitet das Projekt und koordiniert den Beteiligungsprozess, der im Oktober 2021 startet. Weitere Infos zu den Terminen und Beteiligungsmöglichkeiten gibt es auf www.bg-muenster2050.de.

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