Zukunft Münster 2050

Die Baugenossenschaft Münster am Neckar eG (BGM) entwickelt ein neues Quartier im Ortskern des Stuttgarter Stadtteils Münster. Aus den in die Jahre gekommenen Zeilenbauten und Mehrfamilienhäuser in der Moselstraße soll ein dichtes Quartier entstehen.

In einem zweistufigen Werkstattverfahren suchten zehn internationale Architekturbüros nach Lösungen, wie eine sozialverträgliche, ökologisch nachhaltige und ökonomisch tragfähige Quartiersentwicklung gelingen kann. Ein intensiver Dialog mit den Bürger:innen begleitet das Verfahren. Gewonnen hat der Entwurf des Büros PPAG architects aus Wien. Ihr Entwurf sieht vor, dass die »neue Moselstraße« zu einem multifunktional nutzbaren öffentlichen Raum wird. In der »aktiven Ader des Quartiers« mischt sich künftig Wohnen und Arbeiten, Freizeit, Kultur und Kommunikation. Die dichte Bebauung schafft neue Freiflächen für die Gemeinschaft. Sie sind gleichzeitig ein wichtiges Element des Klimakonzeptes. Grüne und blaue Infrastruktur, Verschattungen, überbaute Flächen und Gebäudebegrünung leisten ihren kleinklimatischen Beitrag. Fast alle Bäume im Bestand können erhalten werden. Das gesamte Regenwasser wird im Grundstück versickert bzw. verdunstet. Alle Freiflächen sind unversiegelt und verbinden künftig das Quartier. Als Verkehrsflächen, Wege, Plätze, gemeinschaftliche Flächen und Spielplätze sind sie die künftigen Kommunikations- und Aufenthaltsorte des Quartiers. Zur anteiligen Selbstversorgung der Bewohnerschaft stehen neben den privaten Gärten ein großes Gewächshaus und Anbauflächen auf gemeinschaftlichen Terrassen zur Verfügung.

Die bestehenden Wohngebäude aus den 1930er- und 1950er Jahren mit 161 Wohnungen werden durch Neubauten in modularer Holzbauweise ersetzt. In fünf Häusern entstehen 223 Wohneinheiten, unter anderem für Pflegewohngemeinschaften und Mehrgenerationenmodelle. Die BGM plant Gemeinschaftsräume, eine Fahrradwerkstatt und ein Repair Café. Ein wesentliches Ziel der Baugenossenschaft ist es, den bisherigen Mieter:innen innerhalb ihres gewohnten Quartiers eine neue, passende Wohnung anzubieten und sie nicht zu entwurzeln. Ein gelungenes Umzugsmanagement ist ein wichtiges Thema für die Baugenossenschaft und kann mit dem Entwurf von PPAG architects gut umgesetzt werden. Allen Bestandsmieter:innen kann die Genossenschaft neuen Wohnraum anbieten.

Das neue Quartier versorgt sich zu hundert Prozent selbst mit Energie. Photovoltaik, kompakte Baukörper, Energiepfähle für Geothermie und Wärmepumpen gewährleisten eine energetische Selbstversorgung.

Das Projekt will eine überzeugende Antwort auf die Frage geben, wie genossenschaftlicher Wohnungsbau in die Zukunft geführt werden kann und welchen Beitrag Genossenschaften für die Stadtentwicklung leisten können. Hier entsteht ein dichtes Quartier, das die Vielfalt der Gesellschaft abbildet und ihr in einem dichten räumlichen Gefüge eine Bühne gibt. Darüber hinaus bietet es eine gute Grundlage, um dringliche Themen wie die Bezahlbarkeit von Wohnraum, die Anpassung an den Klimawandel, Mobilitätsfragen und eine zukunftsfähige Versorgung mit erneuerbarer Energie vorbildlich anzugehen. Gleichzeitig schafft die BGM für den Stadtbezirk Münster ein neues Quartier mit hoher Wohnqualität und guten Freiräumen.

In den nächsten Planungsschritten wird der Siegerentwurf der Wiener Architekt:innen vertieft, angepasst und konkretisiert. Die intensive Beteiligung und Einbindung der Mitglieder und der zukünftigen Mieter:innen wird fortgesetzt, vor allem, wenn es um die Gestaltung sozialer Infrastrukturen und gemeinschaftlicher Räume und Flächen geht. Im Quartier wird eine leerstehende Wohnung als Ausstellungs- und Treffpunkt eingerichtet, um Interessierten den Zugang zu aktuellen Informationen zu erleichtern.

Kontakt

Baugenossenschaft Münster am Neckar eG
Geschäftsführender Vorstand
Michael J. Rosenberg-Pohl
Freibergstr. 62
70376 Stuttgart
Tel.: 0711 5950506-0
m.rosenberg@bg-muenster.de

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