Freiraum für Freiberg
400 Meter Stadt über der Autobahn
Mitten durch Freiberg am Neckar verläuft die A81 und trennt das Zentrum vom Stadtteil Geisingen. Die Pläne sehen einen 400 Meter langen Deckel über der Autobahn vor. Auf ihm finden Wohnungen, Büros und öffentliches Grün Platz – und die Stadt wächst wieder zusammen.
Die A81 bringt Lärm und Abgase mitten in die Stadt. Heute ist die Schneise eine ungenutzte Fläche, auf dem Deckel wird daraus ein Quartier. Freiberg wächst schon jetzt nach innen: Die Stadt bebaut freie Flächen im Ort, statt am Rand neues Land zu erschließen. Das Quartier auf der Autobahn führt diesen Weg fort. Die Idee entwickelte 2020 das Stuttgarter Ingenieurbüro str.ucture. Eine Machbarkeitsstudie im Auftrag der Stadt zeigte: Der Deckel lässt sich technisch umsetzen und trägt sich wirtschaftlich.
Die Machbarkeitsstudie schlägt für den Deckel zwei Bauweisen vor. Unter Häusern und Wegen tragen Fachwerkträger aus Stahl und Beton die Last, ein Gitter aus Streben wie bei vielen Eisenbahnbrücken. Sie schützen vor Feuer und Lärm und erlauben Gebäude über die ganze Breite der Autobahn. Für die Grünflächen sieht die Studie eine leichte Grünbrücke vor, die str.ucture entwickelt hat: Ein Netz aus Stahlseilen spannt sich wie ein Zeltdach über die Fahrbahn. Darauf liegt eine Membran, die eine flache Bepflanzung trägt. Nach Schätzung der Studie braucht diese Bauweise rund 90 Prozent weniger Material als eine herkömmliche Brücke, verursacht deutlich weniger CO₂ und kostet etwa die Hälfte.
Nach der Studie waren Gespräche mit Bund, Land und Investor:innen für den Wohnungsbau geplant. Sie sind bislang nicht vorangekommen. Der Bund kündigte für 2026 Lärmschutzwände an. Sie dämpfen den Lärm, doch die Stadt bleibt geteilt. Anfang 2025 starteten Menschen aus Freiberg deshalb eine Petition für die Überdeckelung.
Kontakt
Stadt Freiberg a.N.
Regina Göhringer
Marktplatz 2
71691 Freiberg am Neckar
r.goehringer@freiberg-an.de


