Das genossenschaftliche Quartier »Am Rotweg«

Der Stadtteil Rot ist die erste Nachkriegssiedlung Stuttgarts, gebaut mit dem Ziel, möglichst schnell preiswerten Wohnraum für Vertriebene und Kriegsheimkehrer zu schaffen. Heute ist dieser Stadtteil in die Jahre gekommen. Bei seiner Weiterentwicklung und Transformation geht es nicht nur um bauliche Themen, sondern um Fragen nach dem Umgang mit dem »Erbe der Moderne« und um Quartierskonzepte für eine immer komplexer werdende Gesellschaft.

Zwei Stuttgarter Baugenossenschaften wollen dies in bester Tradition des genossenschaftlichen Wohnungsbaus aufgreifen und weiterentwickeln, wobei baukulturelle Qualitäten, experimentelle Bauweisen, soziale und ökologische Aspekte zusammengebracht werden sollen. Das Herzstück des Projekts ist der Neubau des Quartiers »Am Rotweg«. Auf Grundlage des städtebaulichen und freiraumplanerischen Entwurfs von ISSS research and urbanism, Berlin und topografik paysagistes, Marseille entsteht im Dialog mit zwei weiteren Büros (Studio VlayStreeruwitz, Wien und emt, Stuttgart) ein vielfältiges, nachhaltiges Quartier mit unterschiedlichen, gemeinschaftsfördernden Wohntypologien sowie gemeinsam genutzten Infrastrukturen. Neben 250-280 Wohnungen werden Gewerbeflächen, eine inklusive Kindertagesstätte und Wohnraum für besondere Bedarfe, z.B. für Menschen mit Behinderung, realisiert. Die neuen Gebäude sollen lokal und nachhaltig mit Energie versorgt werden. Am Rand des Quartiers sieht der Entwurf ein Mobilitätszentrum vor, das Sharing-Angebote, eine Fahrradwerkstatt und eine Quartiersgarage verbindet. Außerdem ist während der Bauphase eine »IBA-Bauhütte« angedacht, die wiederverwertbaren Bauteile der heutigen Gebäude für die Neubebauung nutzbar machen soll.

Darüber hinaus wird ein durch das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg gefördertes Projekt »Reallabor Wohnen – resilient und generationengerecht für Alle in Stuttgart-Rot« realisiert. Damit wird die Phase zwischen Abbruch und Neubau genutzt, um neue Erkenntnisse für das Wohnen und Zusammenleben im Quartier zu generieren und Erkenntnisse für andere Quartiere aus den 50er/60er Jahren zu gewinnen. Mit einer Kombination aus Laborbühne und 1:1 Modellwohnungen wird hier ein kleines temporäres Quartier entstehen und gemeinsam mit den Bewohnern, mit sozialen Partnern und Akteuren ein Experimentier- und Aktionsraum geschaffen, in dem im Rahmen des zweieinhalbjährigen Beteiligungsprozesses das »Wohnen der Zukunft« diskutiert und erprobt wird. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist der Blick auf das Quartier Stuttgart-Rot. Mit WohnquartierPlus (WQ+) wird bis 2026 in Kooperation mit weiteren Partnern eine soziale Quartiersentwicklung umgesetzt. Das Ziel ist eine 24-Stunden-Versorgunssicherheit durch baulich und inhaltlich Maßnahmen zu etablieren. Bis 2027 soll in Stuttgart Rot ein innovatives Viertel entstehen, das gesellschaftliche Vielfalt und unterschiedliche Lebensentwürfe berücksichtigt.

Projekt-Website:
https://21zone.eu/topics/24919

Kontakt

Martin Gebler
Neues Heim – Die Baugenossenschaft eG
Haldenrainstr.185, 70437 Stuttgart
www.bgneuesheim.de
Tel.: +49 711 848 980 40 oder +49 711 848 980 0

Bernd Heinl
Baugenossenschaft Zuffenhausen eG (BGZ)
Tapachstraße 1, 70437 Stuttgart
Tel.: + 49 711 849 00 23
bernd-heinl@bg-zuffenhausen.de

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